Beste Jobaussichten für Daniel Düsentrieb

Ingenieure sind Mangelware auf dem Deutschen Arbeitsmarkt

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Ob Mikrochips, Inline-Skates oder Windkraftanlagen – alles wird von Maschinen produziert, geregelt, überwacht oder angetrieben. Diese Maschinen jedoch würden niemals ohne Menschen laufen, die sie erfinden, bauen und überarbeiten: Ingenieure sind diese Innovatoren unserer Gesellschaft.Doch das Berufsbild des Ingenieurs ist breit gefächert und umfasst weit mehr als die klassischen Berufszweige, wie Maschinen- oder Gebäudebau: Unter Anderem (siehe Infokasten) können sich Schulabgänger an den Universitäten auch zu Wirtschafts- oder Umwelttechnikingenieuren ausbilden lassen.

„Das Berufsbild des Ingenieurs entspricht längst nicht mehr dem Ruf des ausschließlichen Tüftlers im einsamen Büro mit unzähligen mathematischen Formeln – so wie wir es von Daniel Düsentrieb kennen“, sagt Sven Renkel vom Verein Deutscher Ingenieure e. V. (VDI). Wenn Sven Renkel vom VDI über den Beruf des Ingenieurs spricht, dann nennt er ihn einen „sehr facettenreichen Beruf, bei dem es nötig ist im Team zu arbeiten und der immer mehr mit anderen Aufgabenbereichen im Unternehmen verschmilzt.“

Im Rahmen von Wirtschaftswachstum und Globalisierung sei der Ingenieur zu einem Multitasker geworden: Erstens würden Ingenieure heute mehr Unternehmen eingebunden; müssen auch mit Marketingabeilung und Informatikern zusammenarbeiten – und dementsprechend auch über deren Arbeit bescheid wissen. Zweitens sollen sie sich globalen Markt behaupten können: „Ingenieure müssen ihre Arbeit in verschieden Sprachen vorstellen können und Rhetorisch geschickt sein“, so Renkel.

Jochen Faller arbeitet bereits seit 2001 als Wirtschaftsingenieur bei der Bertrandt AG. Dort betreut er ein Team von 27 Mitarbeitern. Zusammen entwickeln sie am Standort Ehningen für Kunden aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie einzelne Bauteile, Module und komplette Fahrzeugvarianten. Faller muss Projekte koordinieren, die Arbeit auf seine Mitarbeiter verteilen und ständig mit den Kunden – den Unternehmen – in Kontakt bleiben. „Ich bin viel unterwegs und der Job ist sehr anspruchsvoll. Dafür habe ich aber ein Menge Abwechslung“, so der Wirtschaftsingenieur Faller.

Wer Ingenieur werden will, benötig ein abgeschlossenes Ingenieursstudium: Ein breit gefächertes Angebot bieten die Universitäten RWTH Aachen und TU-München. Die RWTH Aachen zählt derzeit etwa 30 000 Studierende – rund 40 bis 45 Prozent davon studieren ein Ingenieurswesen. Grundsätzlich gilt: „Ein gutes naturwissenschaftliches Grundwissen, Begeisterung für Technik und Arbeitsmotivation sind Grundvorrausetzungen, um einen Studiengang des Ingenieurwesens einzuschlagen“, sagt Wolfgang Loggen, Leiter der Zentralstudienberatung an der RWTH-Aachen. Zulassungsbeschränkungen gebe es kaum. Nur beim Maschinenbaustudiengang müsse der Abiturnotendurchschnitt des Bewerbers in diesem Jahr bei 2,2 bis 2,5 liegen. „Im nächsten Jahr kann das aber schon wieder ganz anders aussehen“, weiß Loggen.

Das Studium selbst ist Arbeitsintensiv, da die Studenten neben den Vorlesungen auch Praktika absolvieren müssen. Bis zum abgeschlossenen Master-Diplom dauern alle Ingenieurstudiengänge zehn Semester. „Wir raten dringend davon ab mit dem Bachelor aufzuhören. Das ist für die Arbeit eines Ingenieurs keine ausreichende Qualifikation“, sagt Studienberater Loggen. Mit der Umstellung von Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge hat sich einiges geändert: „Nun müssen unsere Studenten nicht mehr nur Vor- und Hauptdiplom bestehen: Von Studienbeginn an werden verschiedene Module einzeln geprüft. Die Leistungen fließen dann zusammen in eine Endnote ein“, erklärt Loggen das neue System.

Nach dem Studium steht kaum ein Ingenieur ohne Arbeitsplatz auf der Straße. Denn die Beschäftigungsquote des Ingenieurwesens kann sich sehen lassen: Nur 4,4 Prozent aller Ingenieure sind derzeit bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Am rosigsten sehen die Chancen für Wirtschaftsingenieure aus: Hier Liegt die Arbeitslosenquote lediglich bei 2,5 Prozent.

Wolfgang Biersack, Anja Kettner und Franziska Schreyer haben sich in einer aktuelle Analysen für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit mit dem Ingenieurswesen beschäftigt und herausgefunden: „Die Betriebe haben schon heute teilweise Schwierigkeiten bei der Personalsuche“. Auch wenn es flächendeckend noch keinen bedrohlichen Ingenieurmangel in Deutschland gibt, würde der zu erwartende Akademikermangel, auch den Ingenieurbereich treffen. Auf jede freie Stelle bewerben sich laut dem Bericht heute durchschnittlich 21 Ingenieure. Es gebe aber auch viele Unternehmen, die händeringend nach neuen Arbeitskräften suchen und vergeblich auf eine Bewerbung warten“

Ingenieurlaufbahn: Welche Berufe kann ich ergreifen?

Der Ingenieur für Automatisierungstechnik ist vor Allem für Produktionstechnik, in der Robotik, in der Fahrzeugtechnik und in der Steuerung von Maschinen in Industrie und Haushalt verantwortlich. Vor allem die Aspekte Sicherheit, Umwelt- und Ressourcenschonung sowie Produktintelligenz und Nutzungsfreundlichkeit sollen von den Ingenieuren verbessert werden.

Der Bauingenieur entwirft, plant, konstruiert, entwickelt, bemisst, errichtet und überwacht Bauwerke und sorgt für deren Instandhaltung und Nutzungsfähigkeit. Bauingenieure kommen zum Einsatz im Hochbau, beim Bau von Verkehrswegen – wie Straßen, Brücken, Tunnel, – oder im Industriebau. Aber auch Bau und Planung von Müllverbrennungsanlagen kann beispielsweise Aufgabe eines Bauingenieurs sein.

Der Ingenieur Biotechnologie: Die Verbesserung der Widerstandskraft von Nutzpflanzen gegen Schädlinge und Krankheiten, der Einsatz biotechnologischer Verfahren zur Reinigung von Gewässern und Böden und die Entwicklung von Arzneimitteln und Impfstoffen sind nur einige Aufgabenfelder des Biotechnologieingenieurs.

Weitere Fachgebiete: Agrartechnik – Energietechnik – Entwicklungs- und Konstruktionstechnik – Fahrzeugtechnik – Kundendienst – Kunststofftechnik – Luft- und Raumfahrttechnik – Mechatronik – Medizintechnik – Mikrosystemtechnik – Nanotechnik – Optische Technologien – Produktionstechnik – Technische – Gebäudeausrüstung – Umwelttechnik – Chemie – Vermessung – Vertrieb – Werkstofftechnik

Mehr über die einzelnen Berufszweige auf http://www.vdi-jutec.de

Seid Ihr fit für ein Ingenieursstudium? Dann spielt doch eine Runde „Wer Wird Ingenieur“ – Ein Quiz für angehende Ingenieure: www.wer-wird-ingenieur.de

 

Erschienen in: Abi-Q

 

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