Feierfox - Probefahrt

Schlammschlacht und Reifenopfer: SPIESSER-Autor Felix, 20, stellt den VW Fox auf eine Zerreißprobe.
Brav im Bobbycar: Ich habe keineswegs vor, die Airbags auszuprobieren
Jetzt haben sie mir den Fox vor die Tür gestellt. Mitten in Bayern, im beschaulichen Weilheim. In gelb steht er vorm Haus meiner Eltern, ich skeptisch daneben. Sieht auch nicht anders aus als ein Lupo, denk ich mir. Seit einem halben Jahr schreibe ich für SPIESSER. Aber so einen Auftrag hatte ich noch nicht. Statt Zeilenhonorar gibt es Kilometergeld. Meine Oma bemerkt meine Arbeitslust: Fahr vernünftig Bursch! , gibt sie mir auf die erste Spritztour mit. Den weisen Rat befolge ich natürlich. Ich habe keineswegs vor, die Airbags auszuprobieren. Bei 165 km/h ist Schluss. Dafür fährt sich der Wagen durchgehend mit der Leichtigkeit eines Bobbycars - das macht richtig Spaß! Und bei einem Benzinverbrauch von 5 bis 6 Litern auf 100 Kilometer kann nicht mal Mutti meckern.

Tamtam im Schlamm: Auf dem Waldweg wird der Fuchs gerissen
Schluss mit der Lobhudelei, jetzt geht es in den Wald. Soll er doch mal zeigen, wie viel Fox in ihm steckt. Der Wagen ist leicht und bleibt nicht stecken. Dafür wird er anständig eingesaut: 3,80 einst gelbe Meter der Länge nach voll mit Schlamm. Als ich weiter über die Schlaglöcher düse, kommt der Wagen nicht ganz ungeschoren davon. Raaatsch, setzt er auf. In der Frontverkleidung ist ein Riss. Gott sei dank nur ein kleiner. Der Fox schaut mich an, als wollte er sagen: Offroad gerne, aber bitte mit Verstand. Ich denke darüber nach, den Wagen nicht zu waschen, vielleicht übersehen die Damen und Herren von VW dann das Malheur. Am Ende fahr ich doch in die Waschanlage, denn am Abend geht es auf die Piste.

Vier gewinnt: Sitzblockade und Gedrängel auf der Rückbank
Ich sammle meine Freunde ein: Max, Fabian und Wolfgang wollen mit zum M-Park nach München. 50 Kilometer ist das von Weilheim entfernt. Der Club ist riesig, musikmäßig läuft da so ziemlich alles. Gegen elf geht es los. Und zwar mit partytauglichen Extras: Auf der Hinterbank gibt es eine extra Getränkehalterkonsole. So finden zwischen Max und Fabian zwei XXL-Getränke Platz, aber leider nicht Karina. Die wäre auch gern eingestiegen, fährt jetzt aber im eigenen Wagen hinterher. Fünf Leute passen eben nicht rein. Für Getränkenachschub ist aber gesorgt: Der Kofferraum fasst vier Kästen. Trinken können wir jetzt, Karina sehen wir später. Auch gut.

Reifenoper: Ich dreh mal ordentlich auf
An der Ampel an der Rathauskreuzung wollen wir es wissen: Geräuschpegelmessen mit einem heulenden 1er BMW. Der kommt hier öfter vor, der Untersatz für verwöhnte Muttersöhnchen. Schnell kommt die Enttäuschung: Mit dem Motor vom Fox kann ich nicht mithalten. Also muss die Musikanlage das mädchenhafte Schnurren übertünchen. Ich dreh ordentlich auf. In Zusammenarbeit mit meiner Toten-Hosen-Live-CD ein wahrer Erfolg: Bei offenem Fenster zittert sogar der Außenspiegel im Takt. So bekommt garantiert jeder etwas von meinem Musikgeschmack ab. Bei gepflegtem Kavaliersstart melden sich die Reifen mit einem jammernden Quietschen zu Wort.

Rückbank, ein Sommernachtstraum.
Ja, es war ein lustiger Abend, gegen halb vier bin ich aus dem Club raus. Die anderen sind schon vorher gegangen und bei Karina mitgefahren. Ich bin müde, habe nicht wirklich Lust, gleich los zu fahren und probiere was aus: Ich klappe die Rückbank um und so entsteht eine anständig große Fläche, die mich zu einem Nickerchen einlädt. Ich bin 1,63 groß, die Beine muss ich trotzdem anwinkeln. Bequem ist was anderes. Heißt ja auch Stauraum und nicht Liegefläche. Dann doch lieber die Rückbank. Da könnte man durchaus eine Nacht pennen. Nur möglichst eine Sommernacht und möglichst zu zweit. Mir wird schnell kalt, meine Spontanität fährt spontan in den Keller und ich mit den Worten meiner Oma im Ohr vernünftig heim.

Fotos: Marcus Lechner
Erschienen in: SPIESSER